Presseinformation: Reallabor „chEErs“ als Blaupause für Lausitzer Energiewende

  • Innovationsallianz will Reallabor für die Energielandschaft von Morgen in Schwarzheide einrichten
  • Partner stellen ihr Vorhaben erstmals beim Brandenburger Energietag am 24. Mai in Cottbus vor
  • Konsortium bewirbt sich um Bundesfördermittel für „Reallabor der Energiewende"

 

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Durch die Abregelung von Windenergie- und Photovoltaikanlagen geht wertvolle, nachhaltig erzeugte Energie verloren. Gründe dafür, dass Erneuerbare Energien (EE) im Falle von Lastspitzen gekappt werden, sind vor allem Netzengpässe und die mangelnde Flexibilität konventioneller Kraftwerke. Unter dem Namen „chEErs“ tritt ein Konsortium aus chemischer Industrie, Technologielieferanten, EE-Erzeugern, Vermarktern und Netzbetreibern nun an, um zu zeigen, dass es auch anders geht. Darunter befinden sich die BASF Schwarzheide GmbH, Entelios AG, Mitteldeutsche Netzgesellschaft mbH (MITNETZ STROM), NODES AS, Regiogröön GmbH & Co. KG, Stiftung Umweltenergierecht und Sunfire GmbH.

“Wir wollen Erneuerbare Energien im industriellen Maßstab für die chemische Industrie nutzbar machen. Das Projekt soll beweisen, dass dies trotz der hohen Anforderungen der chemischen Industrie an die Versorgungssicherheit möglich ist “, sagt Jürgen Fuchs, Geschäftsführer der BASF Schwarzheide GmbH. Die Partner der Innovationsallianz haben eine Idee entwickelt, wie sich das regional vorhandene, fluktuierende EE-Angebot netzdienlich in die Energieversorgung des Chemiestandortes einbinden lässt und so zur Grundlage für die Herstellung nachhaltiger und klimafreundlicher Produkte wird. Sie nehmen damit am Ideenwettbewerb „Reallabore der Energiewende“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie teil.

Im Rahmen des Vorhabens soll in Schwarzheide erprobt werden, wie regenerative Energiequellen als Primärenergie der Zukunft, direkt und mittels Sektorenkopplung zur Basis für innovative chemische Wertschöpfungsketten werden können. Bei einem Überangebot von Energie werden sie für die Produktion von Wärme („Power-to-Heat“) und Basischemikalien, wie Wasserstoff, Sauerstoff und Kohlenmonoxid („Power-to-Gas“) genutzt, wobei ein lokaler Marktplatz als Bindeglied zwischen der vorhandenen Flexibilität und dem Netzbetreiber fungiert. In Zeiten, in denen das Energieangebot den Bedarf nicht deckt, helfen neu zu entwickelnde Automatisierungs- und Speicherlösungen die Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Auf Erzeugerseite werden regionale Wind- und Solarenergie mittels einer innovativen Handelsplattform in einem virtuellen EE-Kraftwerk gebündelt, um passgenaue Energieprodukte zu entwickeln und neue Geschäftsmodelle zu pilotieren.

In Schwarzheide und dem unmittelbaren Umkreis sind bereits heute mehr als 360 Megawatt Leistung aus Erneuerbaren Energiequellen installiert. Somit repräsentiert die Region modellhaft die künftige Energielandschaft mit einem hohen EE-Anteil. „Wir wollen grünen Strom dort nutzen, wo er entsteht. So können Engpässe im Verteilnetz reduziert werden und wir mindern den Druck beim Netzausbaubedarf, der damit volkswirtschaftlich balanciert erfolgen kann“, erläutert Dr. Adolf Schweer, technischer Geschäftsführer der MITNETZ STROM, wie sich das Vorhaben positiv auf die Kosten der Energiewende auswirken könnte.

Vom Start-up bis zum international agierenden Konzern sind im Kreis der acht Partner alle Unternehmensgrößen vertreten. Die Partner setzen große Hoffnung auf den eingereichten Projektentwurf: „In dieser traditionsreichen Energieregion kann ein Reallabor der Schlüssel für eine nachhaltige energie- und industriepolitische Perspektive sein“, so Jan Hinrich Glahr, Geschäftsführer der Regiogröön GmbH & Co KG. Deshalb schlug auch die Kommission ‚Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung‘ Reallabore als wichtige Maßnahme für die vom Strukturwandel betroffenen Regionen vor.

„Mehr Nachhaltigkeit in der Produktion eröffnet uns neue Chancen zur Erfüllung von Kundenwünschen. Das macht den Industriestandort Schwarzheide attraktiver für Investitionen und Kooperationen, was eine wichtige Voraussetzung für das Gelingen des Strukturwandels ist“, schließt Fuchs.

Im Rahmen des 21. Brandenburger Energietages in Cottbus, wird das Konsortium mit einem Infostand über sein Vorhaben informieren.