Chemie und Energie aus Erneuerbaren in Schwarzheide

Die Region Schwarzheide stellt bereits heute modellhaft die zukünftige deutsche Energielandschaft mit hohem Anteil an Erneuerbaren Energien (EE) dar. Der Chemiestandort der BASF in Schwarzheide bietet die Möglichkeit das regional vorhandene, fluktuierende Angebot an EE system- und netzdienlich in die Energieversorgung des Standortes einzubinden. Im Rahmen der großtechnischen Demonstration industrieller Flexibilität kann das lokale Verteilnetz in einem Engpassgebiet entlastet, Einspeisereduzierung minimiert und der Netzausbaubedarf volkswirtschaftlich balanciert erfolgen. Zudem kann die CO2-Emission des Chemiestandortes reduziert werden. Dies eröffnet weitreichende Chancen zur Erfüllung von Kundenwünschen, wodurch die Standortattraktivität für Neuinvestitionen in innovative Chemieproduktion gesteigert wird. Mit dem so induzierten industriellen Wachstum kann der Strukturwandel in der Lausitz wesentlich katalysiert werden.

Das Vorhaben soll die Kette von EE-Erzeuger, Vermarkter, Netzbetreiber und Chemiestandort für die Energieversorgung der Zukunft mittels digitaler Lösungen erproben. Vorrangig werden zwei Fragestellungen adressiert:

  1. Wie lassen sich die besonders hohen Anforderungen der Chemieindustrie an eine versorgungssichere und wettbewerbsfähige Versorgung auf EE-Basis erfüllen?

  2. Wie lässt sich ein eigenversorgter Chemiestandort so flexibilisieren, dass eine netzdienliche Aufnahme regional verfügbarer EE mit größtem volkswirtschaftlichen Nutzen erfolgen kann?

EE-Strom als Primärenergie der Zukunft soll direkt und mittels Sektorenkopplung als Ausgangsbasis für chemische Wertschöpfungsketten dienen. Neu zu entwickelnde Automatisierungs- und Speicherlösungen erfüllen die hohen Anforderungen eines Chemiestandorts an die Versorgungssicherheit. Auf Erzeugerseite werden regionale EE mittels einer innovativen Handelsplattform in einem virtuellen EE-Kraftwerk gebündelt, um Energieprodukte gemäß den Anforderungen des Chemiestandorts zu entwickeln.